Ab und zu besteht das Problem, daß man Files im Web präsentieren möchte, jedoch das Zielpublikum wahrscheinlich das zum Erstellen benutzte Programm nicht besitzt. Dann ist eine Möglichkeit, einen speziellen Viewer bereitzustellen, welcher allerdings nur selten zur Verfügung steht. Eine andere und viel bessere Möglichkeit ist, das File in weitverbreiteten Formaten bereitzustellen. Zu diesem Zweck bieten sich die Formate html, pdf oder PostScript an, die ich nicht ganz zufällig auf meiner Gitarrenseite benutze.
Wie html zu erzeugen ist, muß erfahrenen Web-Experten nicht erklärt werden. Interessanter ist da schon PDF. Dafür gibt es zwei verbreitete Möglichkeiten:
Viele nicht-Windows-Betriebssysteme unterstützen die Ausgabe von PostScript von vornherein. Wer solch ein System benutzt und nicht weiß, wie es geht, sollte die Hilfefunktion bemühen.
Unter Windows ist es mal wieder komplizierter. Windows kann von Hause aus kein PostScript. PostScript ist eine Seitenbeschreibungssprache der Firma Adobe, für deren Verwendung in Druckern und Treibern normalerweise Lizenzgebühren fällig sind. Sicher hat Bill Gates gespart. Allerdings gibt es diverse freie (und kostenpflichtige) PostScript-Treiber im Internet. Zum Glück kann man es auch leichter haben. Man installiert sich von der Windows-CD einen Apple-Drucker (auch und gerade wenn man keinen hat). Soll die PostScript-Datei Farbinformationen enthalten, benutzt man einen LaserWriterColor, ansonsten irgend einen LaserWriter. Alle Apple-Drucker benutzen PostScript.
Nun wählt man in der Anwendung, aus welcher man das Dokument veröffentlichen will, den Druckdialog aus. Man benutzt den soeben installierten Apple-Drucker und kreuzt die Option "Drucken in Datei" an. Wichtig ist, daß bei den Eigenschaften "Optimale Portierung" und "Herunterladen des PostScript-Headers bei jedem Druckjob" gewählt sind. Gut für die Weiterverarbeitung ist ferner, keine Binärdaten zu drucken und einen möglichst niedrigen PostScript-Level (also Level 2 oder falls vorhanden Level 1) vorzugeben. Leider wird dadurch die Filegröße erhöht. Die anderen Optionen wählt man nach Gutdünken (z. B. Druck von zwei Seiten auf ein Blatt, Wasserzeichen usw.). Dann wird gedruckt. In einem Dialog gibt man noch Name und Zielverzeichnis der PostScript-Datei an. Wenn der Druck abgeschlossen ist, prüft man, ob die Endung der erzeugten Datei .ps lautet. Manche Windows-Versionen setzen hier standardmäßig .prn. Dieses .prn muß in .ps umbenannt werden. Windows meckert dabei zwar, aber akzeptiert es schließlich. Wichtig ist, daß die Fileendung .ps lautet. Manche schalten die Anzeige der Fileendung aus (Windows-Standard). Das ist hier natürlich ungünstig. Also im Explorer unter Ansicht - Ordneroptionen - Ansicht - "Dateinamenerweiterungen bei bekannten Datentypen ausblenden" deaktivieren.
Nun hat man ein PostScript-File, welches man schon ins Netz stellen könnte. Man kann es auch mit Ghostview betrachten, oder ins PDF-Format wandeln.
Die Installation von Ghostview ist hier erklärt. Die modernen Versionen bestehen aus zwei nacheinander einzuspielenden Programmpaketen (zuerst Ghostscript, danach Ghostview), die nicht mehr wie früher in einem gemeinsamen Distributionsfile gekoppelt sind. Dennoch sollte die Installation von Ghostscript und Ghostview unproblematisch sein.
Zum Umwandeln öffnet man das PostScript-File mit Ghostview. Dann öffnet man den Druckdialog ("Drucken"). Man kreuzt unter Drucker "Ausdruck in Datei" an. Die Auswahl des Druckers selbst ist nebensächlich. Unter Druckbereich kann man Seiten selektieren. Die Kopienzahl sollte auf 1 stehen. Und nun das Wichtigste: man wählt unten links die Druckmethode "Ghostscript-Treiber" und dort "pdfwrite" aus. Die Auflösung setzt man den Anforderungen entsprechend. Ich nutze immer den größtmöglichen Wert. Die anderen Einstellungen können auf dem Defaultwert bleiben. Wenn alles eingestellt ist, wird mit OK der "Druckvorgang" gestartet. Wieder gibt man Namen und Zielordner an. Diesmal sollte die Fileendung gleich pdf lauten. Wenn nicht, ist sie analog zum Vorgehen beim PostScript-Druck zu ändern.
Damit ist nun ein PDF-File erzeugt worden, welches ins Netz gestellt oder sonstwie verbreitet werden kann. Und das beste: für Privatleute ist dieser Weg absolut kostenfrei.
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